
2. April 2025 Mopeds around the globe

2.4.25 um 9:58 Uhr
Koordinaten: 038°31.9949‘N 28°37.375‘W
Zurückgelegte Seemeilen: 12000 nm
Wetter: bewölkt, windig, regnerisch
Momentane Geschwindigkeit: 0 kts
Ziel: Erkunden der Azoren, Horta.
Stimmung: Sau geil, aber müde.
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Mopeds around the globe und 2/4Takt Motoren
Mopeds gibt es überall auf der Welt und in jedem Land sind sie unterschiedlich und auf verschiedene Weisen unglaublich interessant.
In diesem Blog berichte ich euch von all den interessantesten Mopeds und Motorrädern, die wir auf unserer Reise gesehen haben und was es mit ihnen auf sich hat.
Einen großen Fokus hat der Autor (ich) auf 2-Takt Mopeds gelegt, weil sie die coolere Art sind, Benzin zu verbrennen. Sie sind so spritzig, drehfreudig, lebendig und klingen einfach deutlich besser als 4-Takter. Ich würde euch dringlichst empfehlen ein YouTube Video über die Unterschiede von 2- und 4-Taktern anzuschauen.
Aber kurz gesagt: Ein Motor wandelt die Energie des Brennstoffs in Bewegung um, indem er den Kolben im Zylinder antreibt. Bei einem 2-Takt-Motor ist der Arbeitszyklus in nur zwei Kolbenhüben abgeschlossen. Das bedeutet, dass der Motor bei jeder Umdrehung der Kurbelwelle eine Zündung durchführt, was ihn einfach, kompakt und leistungsstark macht. Allerdings führt dieser Aufbau zu höherem Kraftstoffverbrauch und stärkeren Emissionen, da nicht immer vollständig verbrannt werden.
Im Gegensatz dazu benötigt der 4-Takt-Motor vier Kolbenhübe für einen vollständigen Arbeitszyklus (Ansaugen, Verdichten, Zünden, Ausstoßen). Hier wird bei jeder zweiten Umdrehung der Kurbelwelle eine Zündung durchgeführt. Dadurch ist der 4-Takt-Motor effizienter, produziert weniger Abgase und hat einen besseren Kraftstoffverbrauch. Er ist jedoch schwerer und komplexer als der 2-Takter und liefert pro Umdrehung weniger Leistung.
Der Kolben rasselt, der Motor schreit.
2-Takt für die Ewigkeit.
Wegen Abgasregulationen sind 2-Takter auf den Straßen nahezu ausgerottet worden. Nur die alten Mopeds, wo noch die alten Regulationen gelten, dürfen noch fahren. Deshalb sind es Sammlerstücke und die sind wertzuschätzen. Heute ist jeder kommerzielle Motor ein 4-Takter also in Autos, Schiffen und leider auch Motorrädern.

Getuntes Moped auf Porto Santo © Samuel
Jetzt zum actual Thema: Auf Porto Santo, unserem ersten Stopp, gab es bereits eine interessante Vielfalt an Mopeds. Es gab die auf dem europäischen Markt typischen Marken, wie Yamaha, Honda, BMW etc. Aber auch (viel interessanter) ganz viele kleine getunte 2-Takt-Mofas und -Mopeds, die ich vor allem am Sonntag sehen konnte, als alle Familienväter ihre alten aber gepflegten Mopeds aus der Garage holten. Man könnte meinen, es sah aus wie ein Kult. Wie 20 Erwachsene Männer auf den, für sie zu klein geratenen Mopeds, hintereinander über die Straße knatterten. Verbaut waren deutsche Motoren aller feinster Bauart und zwar von Sachs. Sie werden auch in bekannten deutschen Mofas wie Hercules verbaut.
Auf den Kapverden hat man viele Mopeds mit billigen chinesischen 4-Takt-Motoren gesehen. Das kann man sich hauptsächlich durch wirtschaftliche Gründe erklären. Das Lustige daran war der Kontrast zwischen billigem Motor und Rahmen und all der Liebe, die in das Aufschmücken und Tunen draufgegangen ist.

Moped auf Kap Verden © Samuel

Amerikanische Autos auf Kubas Straßen © Samuel
Auf den weiteren Stopps hat man immer Mopeds passend zum Staat, der wirtschaftlichen Lage und Beziehung zu anderen Ländern gesehen. Bsp.: Wenn Deutschland Beef (Streit) mit Japan hat, dann würde hier keine Kawasaki oder Honda fahren.
Am extremsten hat man das auf Kuba gesehen. Denn Kuba wurde in seiner Geschichte erst von den Amerikanern „besetzt“ und war danach eng mit der Sowjetunion verbunden. Das spiegelt sich auch an den Mopeds wieder: Die ältesten Modelle sind alte amerikanische (wobei man sich da besser die Autos anschauen kann), dann kommen die neueren aber immer noch alten 2-Takt-Mopeds von den Sowjets. Dabei sind sogar deutsche Marken vertreten. Wie MZ, die unter anderem mit Simson kooperiert haben. Als wir in Kuba waren, haben wir aber noch viel andere Arten von Zweirädern gesehen. Dass kann man sich durch die wirtschaftliche Öffnung von Kuba 2008 erklären. Seitdem konnten sie an sich alle Zweiräder kaufen. Trotzdem hatte die Regierung Disparitäten mit den Amerikanern und stand neutral zu den Japanern welche beide große Zweirad-Hersteller haben. Deshalb sieht man heute keine Harley Davidson, aber vergleichsweise viele japanische Marken, wie Suzuki. Zudem sieht man erstaunlich viele chinesische Zweiräder niederer Qualität (oft auch mit Elektromotoren), was ich mir durch geringere Anschaffungskosten erklären kann. Man muss schon sagen, Kuba hat ein buntes Sortiment.

MZ-Moped auf Kuba © Samuel
So kann man Wirtschaft und Politik anhand von Mopeds analysieren. (Teil meiner PoWi Ersatzleistung)
Hier auf den Azoren sieht man wieder das typisch europäische Sortiment. Mit nur wenigen 2-Taktern und sehr vielen Rollern. Dafür sieht man aber ganz andere lustige Dinge wie z. B. Jugendliche, die auf andere Boote stürmen. Also freut euch auf den Blog der noch geschrieben wird und auf den Live-Ticker.
Samuel
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Live-Ticker:
- 1. April: Wir haben die Flaggen aller drei umliegenden Tallships geliehen und sie gehisst (kleiner Streich unter Seglern). Um 4 Uhr nachts mussten wir uns dann mit Hochdruckreinigern verteidigen, denn diese wollten ihre Flaggen vereint zurückholen. Es lief alles mehr oder wenig friedlich, es war nur ein Spaß und niemand hat sich verletzt!
- Zurück am Anker: Wer glaubte es sei ein Scherz, lag falsch und ist sich selbst auf den Leim gegangen. Der Wind und die Wellen haben uns dazu gezwungen, zu ankern. Da die Crew und die Gangwaywatch ihren Job auch in der Nacht richtig machen, ist nichts gerissen und wir liegen nun eben mit Anker im Hafenbecken.
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Grüße:
- Florian: Hi an meine Family, die Regina Maris, die Johan Schmidt (oder so) und die Tres Hombres liegen mit uns im Hafen. Es gibt einiges zu Berichten.
- Felix: Liebe Katha, danke für all deine Begleitung und all deine Ideen die auch hier zum tragen kommen! Du bist super krass!